Benjamin Chemoul,

101 ICON Hotelier of the Year 2026 - Switzerland

Benjamin Chemoul gehört zu den prägenden Führungs- persönlichkeiten der neuen Generation Schweizer Luxus- hoteliers. Seine akademische Exzellenz – untermauert unter anderem durch einen Master of Business Administration (MBA) der ESSEC Business School – bildet das Fundament seiner Laufbahn. Nach prägenden internationalen Stationen, wie etwa bei Sofitel in Paris, übernahm er ab 2017 im Beau- Rivage Palace in Lausanne zentrale Führungsrollen. Seit Januar 2023 leitet er das Flaggschiff der Sandoz Foundation Hotels als Generaldirektor mit grosser Präzision und Herzblut. Für Benjamin Chemoul gestaltet sich die Luxushotellerie als lebendiger Dialog zwischen Tradition und Zeitgeist. Sein Führungsstil ist bestimmt von tiefer Wertschätzung gegenüber dem Erbe des Hauses, während er gleichzeitig mutige Akzente bei Nachhaltigkeit und Gasterlebnis setzt. Er verkörpert eine neue Generation von Hoteliers: kompetent, nahbar und unermüdlich im Streben nach Perfektion.

«Es ist das Grösste, ein Schweizer Grandhotel zu führen»

Mit 44 Jahren steht Benjamin Chemoul auf dem Gipfel einer vielversprechenden Karriere. Der General Manager des Beau-Rivage Palace in Lausanne ist 101 ICON Hotelier of the Year. Er gehört zu einer neuen Generation von Hotelchefs. Benjamin Chemoul, aufgewachsen in der Gourmetmetropole Lyon, trumpft in Lausanne mit frischen Ideen auf. Charme und höchste Professionalität helfen ihm, Gäste und Mitarbeiter für seine Mission zu gewinnen. Seit drei Jahren führt Chemoul als General Manager nicht nur das Beau-Rivage Palace, das Flaggschiff der Sandoz Stiftung, sondern auch das Château d’Ouchy und das Hôtel Angleterre in unmit- telbarer Nachbarschaft. Die drei traditionsreichen Häuser am Lac Léman beher- bergen in etwa 300 Zimmer und Suiten und beschäftigen 380 Mitarbeiter.

Herr Chemoul, was war Ihr wichtigster erster Entscheid als General Manager im Beau-Rivage Palace?

Ich wählte einen neuen Spa-Brand aus. Guerlain verkörpert Luxus, und die Körperpfl egeprodukte der Marke sind optimal für uns. Sodann renovierten wir unser Gourmetrestaurant Pic au Beau-Rivage Palace von Anne-Sophie Pic. Der renommierte Pariser Innenarchitekt Tristan Auer und unser ganzes Team haben einen perfekten Rahmen für das Wirken der besten weiblichen Köchin der Welt und für hochstehende kulinarische Erlebnisse geschaffen. Das Lokal hat bereits Designpreise gewonnen. Das Beau-Rivage Palace ist im Luxussegment angesiedelt.

Wie bringen Sie auch die Einheimischen dazu, sich diesen Luxus zu gönnen?

Im Beau-Rivage Palace führen wir drei Restaurants, in denen man nicht nur internationale Gäste, sondern auch viele Leute aus Lausanne und Umgebung antriff t. Im Pic muss man nicht das ganze Menu bestellen, sondern kann einzelne Gerichte auswählen. Wenn man bedenkt, dass wir in Sachen Qualität keine Kompromisse eingehen und wir einen herausragenden Service bieten, sind die Preise in unseren Restaurants absolut angemessen.

Haben Sie sich verändert, seit Sie als General Manager die Gesamtverantwortung tragen?

Wenn man eine höhere Verantwortung übernimmt, so haben tägliche Entscheidungen tiefgreifendere Auswirkungen. Ich muss stets konzentriert bleiben, um Fehlentscheide zu vermeiden. Mit 41 Jahren zählten Sie zu den jüngsten Führungspersönlichkeiten an der Spitze eines Hauses wie des Beau-Rivage Palace.

Wie hat diese Perspektive Ihre Zusammenarbeit mit dem Team geprägt?

Das ging reibungslos, ich hatte schon sechs Jahre hier gearbeitet. Ich kannte das Team, das Haus, das ganze Pro- dukt, die Gäste und die Besitzerschaft. Es war einfach, in die Schuhe eines General Managers zu schlüpfen, ich war ja irgendwie schon drin. Ich denke, es war auch ein glaubwürdiges Zeichen der Stiftung, einem internen Nachfolger von Nathalie Seiler-Hayez das Vertrauen zu schenken.

Wie würden Sie sich selbst charakterisieren?

Ich bin loyal und mit viel Herz bei der Sache. Wenn ich mich für etwas verpfl ichte, kann man sich hundertprozentig auf mich verlassen. Ich bin freundlich und sehr off en. Fehlten mir diese Eigenschaften, würde ich Tausende von Gelegenheiten verpassen.

Wie stellen Sie im Hotel die Qualität auf ganzer Linie sicher?

Indem wir uns der 165-jährigen Geschichte des Hauses bewusst werden und immer wieder rekapitulieren, welche unglaublichen Ereignisse hier stattfanden. Wir stehen für Schweizer Excellence. Deshalb müssen wir uns im Land ein- bringen und sehr eng mit den Leuten hier am Genfersee zusammenarbeiten. Es ist ein Glücksfall, dass ich dieses Haus in der Schweiz führen darf.

Was ist Ihnen bei Ihrer täglichen Arbeit am wichtigsten?

Täglich das Vertrauen der Besitzer und der Gäste zu bestätigen. Sie haben zu Recht sehr hohe Erwartungen ans Beau- Rivage Palace. Zuoberst steht aber das Vertrauen meiner Mitarbeiter, das ich Tag für Tag verdienen muss. Ich kann noch so lange planen und Strategien erarbeiten, am Ende des Tages erbringt unsere Crew den Topservice, der zählt.

Welche Eigenschaften muss man mitbringen, wenn man im Beau-Rivage Palace arbeiten will?

Man muss für die Arbeit brennen, ein Faible für unsere Geschichte haben, Ideen schnell umsetzen, off en und effi zi- ent sein. Schliesslich sind wir nicht zum Träumen hier. Nachwuchskräfte zu fi nden, ist in Ihrer Branche oft eine Herausforderung.

Gelingt Ihnen das in Ihrem Haus?

Ja, aber wir sind sehr selektiv bei der Auswahl. Junge Talente auszubilden, ist eine Tradition unseres Unternehmens, schliesslich wurde die weltberühmte Hotelfachschule Lausanne, heute EHL, im Hôtel Angleterre gegründet. Bei uns arbeiten jeweils etwa 35 Lehrlinge und Trainees.

Sind junge Talente bereit, sich auf die hohen Standards eines Luxushotels einzulassen?

Auf jeden Fall – wir schulen und trainieren den Nachwuchs dafür intensiv. Die Zusammenarbeit bringt uns gegenseitig viel, auch dank unserem Verständnis und unserer Zugänglichkeit für neue Technologien, die gerade für junge Talente wichtige Tools darstellen. In den Teams profitieren die verschiedenen Generationen ausserdem voneinander.

Welche besonderen Rahmenbedingungen bietet Ihnen eine gut dotierte Stiftung im Vergleich zu anderen Eigentümerstrukturen?

Ich bin sehr stolz, für die Sandoz Foundation tätig zu sein statt für ein Unternehmen, das weltweit expandieren und Gewinn maximieren will. Die Leute im Stiftungsrat pflegen eine familiäre Bindung zu ihren Hotels. Einst wehrten sie die Überbauung des Genfersee-Ufers vor unseren drei Hotels ab. Das Engagement der Stiftung ist ein Geschenk. Natürlich will man auch schwarze Zahlen sehen, aber die Stiftung half uns zuletzt, Zimmer, Suiten und Restaurants zu renovieren. Nun werden wir uns der Neugestaltung unseres vier Hektar grossen Parks widmen.

Als international erfahrener Hotelier mit französischen Wurzeln: Was schätzen Sie besonders an der Arbeit in der Schweiz?

Für einen ambitionierten Hotelier ist es das Grösste, ein Schweizer Grandhotel zu führen. Hier steht Topqualität an oberster Stelle. In der Schweiz scheint es mir eine Frage der nationalen Identität, keine Kompromisse bei Qualität und Service in der Luxushotellerie einzugehen.

Was bedeuten Ihnen persönlich Rankings und Awards?

Wir arbeiten nicht für diese Auszeichnungen, aber wir freuen uns sehr darüber. Vor allem sind sie eine grossartige Anerkennung unseres Teams. Der Impact auf die Mitarbeiter ist ebenso gross wie die Ausstrahlung auf die Gäste.

Folgen Sie den “ICONS” auf

Instagram